Der Flächennutzungsplan ist ein sogenannter vorbereitender Bauleitplan, dessen Inhalte sich nach den Vorschriften des § 5 des Baugesetzbuches (BauGB) richten. Er wird von der jeweiligen Gemeinde aufgestellt und stellt in einer grafischen Plandarstellung die beabsichtigte Nutzung sämtlicher Flächen innerhalb eines Gemeindegebiets dar. Typischerweise wird der FNP im Maßstab 1:10.000 bis 1:50.000 erstellt und alle fünf bis zehn Jahre an die aktuelle Entwicklung angepasst.
Der Flächennutzungsplan unterscheidet dabei verschiedene Nutzungsarten, darunter Wohnbauflächen, gewerbliche Bauflächen, Mischgebiete, Sonderbauflächen sowie Grün- und Freiflächen. Ergänzt wird die kartografische Darstellung stets durch einen Erläuterungsbericht, in dem die Gründe für die jeweiligen Darstellungen dargelegt werden.
Ein wesentlicher Aspekt ist, dass der Flächennutzungsplan keine unmittelbare Rechtsverbindlichkeit für private Grundstückseigentümer oder Bauherren besitzt. Er begründet somit keine direkten Bauansprüche, sondern dient vielmehr der vorbereitenden Planung. Erst der aus dem FNP abgeleitete Bebauungsplan legt verbindlich fest, was auf einem konkreten Grundstück gebaut werden darf – etwa die zulässige Art der Nutzung, die Geschosszahl oder die Lage von Baugrenzen.
Dennoch hat der Flächennutzungsplan erhebliche praktische Auswirkungen: Die Ausweisung bisher unbebauter Flächen als Bauland im FNP führt in der Regel zu einer spürbaren Wertsteigerung der betroffenen Grundstücke. Für Immobiliengutachter ist der Flächennutzungsplan daher ein unverzichtbares Werkzeug, um die zukünftige Entwicklung eines Standorts einzuschätzen und den Verkehrswert einer Immobilie fundiert zu ermitteln.
Für den Immobilienmarkt in München, der durch eine anhaltend hohe Nachfrage, begrenztes Flächenangebot und eine kompakte urbane Bebauungsstruktur geprägt ist, kommt dem Flächennutzungsplan eine besondere Bedeutung zu. Der geltende FNP der Landeshauptstadt München wurde bereits 1965 auf Grundlage des damaligen Stadtentwicklungsplanes aufgestellt und seither in über 600 Einzelflächen geändert sowie in mehreren Teilbereichen unter Integration der Landschaftsplanung aktualisiert. Das Leitbild „kompakt – urban – grün" prägt dabei die Münchner Siedlungs- und Freiflächenentwicklung.
Bemerkenswert ist, dass in München nur für etwa 40 Prozent der im Flächennutzungsplan dargestellten Bauflächen tatsächlich Bebauungspläne bestehen. Für Immobilieneigentümer und Investoren bedeutet dies, dass ein genauer Blick in den FNP besonders aufschlussreich sein kann, um Entwicklungspotenziale oder Einschränkungen frühzeitig zu erkennen. Gerade in einem so dynamischen Markt wie München kann die im Flächennutzungsplan dargestellte zukünftige Nutzung eines Gebiets erheblichen Einfluss auf den aktuellen Immobilienwert haben.
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ÜBER DEN AUTOR

Timo Stephan
Timo Stephan ist Experte für den Bereich Immobilienbewertung im Sachverständigenwesen. Durch seine praxisnahen, auch für Laien verständlichen Artikel, hilft er Immobilienbesitzern dabei, sich richtig zu informieren und kluge Entscheidungen zu treffen. In diesem Blog erfahren Sie mehr über seine Expertise.
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