
Die Bruttorendite – auch als nominale Rendite oder Gesamtrendite bezeichnet – setzt die jährlichen Mieteinnahmen einer Immobilie ins Verhältnis zu ihrem Kaufpreis. Das Ergebnis wird in Prozent ausgedrückt. Die Formel lautet:
Bruttorendite (%) = (Jährliche Mieteinnahmen ÷ Kaufpreis) × 100
Ein Rechenbeispiel: Eine Immobilie wird für 500.000 Euro erworben. Die jährlichen Mieteinnahmen belaufen sich auf 20.000 Euro. Die Bruttorendite beträgt in diesem Fall 4,0 %.
Die Stärke dieser Kennzahl liegt in ihrer Einfachheit: Die benötigten Werte – Kaufpreis und Jahreskaltmiete – sind in der Regel aus den Verkaufsunterlagen oder Exposés unmittelbar ersichtlich. Dadurch eignet sich die Bruttorendite als schnelles Instrument zum Erstvergleich mehrerer Objekte.
Allerdings hat sie auch klare Grenzen. Sie berücksichtigt weder laufende Betriebskosten noch Verwaltungsaufwand, Instandhaltungsrücklagen, mögliche Mietausfälle oder Erwerbsnebenkosten wie Grunderwerbsteuer und Notargebühren. Eine realistischere Einschätzung der tatsächlichen Ertragslage liefert daher die Nettorendite, die all diese Kostenpositionen einbezieht. Als Richtwert gilt in Deutschland: Eine solide Bruttorendite liegt bei etwa 5 bis 6 %. Werte unterhalb von 4 % gelten in vielen Märkten als wenig attraktiv für rein renditeorientierte Anleger.
Neben der Netto- und Bruttorendite spielt für fremdfinanzierte Investments auch die Eigenkapitalrendite eine wichtige Rolle. Sie misst den Ertrag im Verhältnis zum tatsächlich eingesetzten Eigenkapital – und kann bei geschicktem Einsatz von Fremdkapital deutlich höher ausfallen als die reine Objektrendite.
Für den Immobilienmarkt in München, der durch ein strukturell knappes Wohnraumangebot, anhaltend hohe Nachfrage und eines der höchsten Preisniveaus in Deutschland geprägt ist, kommt der Bruttorendite eine besondere Bedeutung zu. Aktuell liegt der durchschnittliche Kaufpreis für Eigentumswohnungen in München bei rund 9.500 Euro pro Quadratmeter. Die erzielbaren Bruttomietrenditen bewegen sich je nach Stadtteil und Objektart zwischen etwa 2,3 und 3,5 Prozent – deutlich unterhalb des bundesweiten Durchschnittswerts.
Dieser Umstand ist charakteristisch für Metropolmärkte: Hohe Kaufpreise drücken die Bruttorendite, während Investoren gleichzeitig auf langfristige Wertsteigerungen setzen. Randlagen wie Trudering-Riem oder Feldmoching bieten dabei noch vergleichsweise günstigere Einstiegspreise und erzielen tendenziell höhere Bruttorenditen als zentrale Stadtteile wie Altstadt-Lehel oder Bogenhausen.
Für Eigentümer und Käufer in München ist es daher umso wichtiger, die Bruttorendite nicht isoliert zu betrachten, sondern im Zusammenspiel mit der Nettorendite, dem Kaufpreisfaktor sowie der langfristigen Markt- und Mietpreisentwicklung. Eine fundierte Immobilienbewertung durch einen unabhängigen Sachverständigen schafft hier die nötige Transparenz und Sicherheit.
Wenn Sie eine professionelle Immobilienbewertung benötigen oder weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne an uns für eine erste kostenfreie Beratung.
ÜBER DEN AUTOR

Timo Stephan
Timo Stephan ist Experte für den Bereich Immobilienbewertung im Sachverständigenwesen. Durch seine praxisnahen, auch für Laien verständlichen Artikel, hilft er Immobilienbesitzern dabei, sich richtig zu informieren und kluge Entscheidungen zu treffen. In diesem Blog erfahren Sie mehr über seine Expertise.
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