
Unter Bodenbeschaffenheit versteht man die physikalischen, chemischen und geologischen Eigenschaften des Erdreichs auf einem Grundstück. Sie umfasst verschiedene Aspekte, die für Bauvorhaben und die Wertermittlung gleichermaßen relevant sind:
Bodenart und Tragfähigkeit: Die Art des Untergrunds – ob Sand, Lehm, Fels oder Grundwasser – bestimmt maßgeblich, welche Gründungsmaßnahmen beim Bau erforderlich sind. Ein weicher oder instabiler Untergrund erfordert aufwendigere und kostenintensivere Fundamentarbeiten. Felsiger Boden kann ebenfalls Mehrkosten verursachen, da er schwieriger zu bearbeiten ist.
Altlasten und Kontaminationen: Besonders relevant für die Immobilienbewertung sind sogenannte Altlasten – schädliche Bodenveränderungen, die durch frühere gewerbliche, industrielle oder militärische Nutzung entstanden sind. Dazu zählen chemische Rückstände, Schwermetalle oder Bauschutt. Altlasten sind nach dem Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG) im Altlastenkataster verzeichnet und begründen eine Sanierungspflicht, die den aktuellen Eigentümer trifft – unabhängig davon, wer die Verunreinigung verursacht hat.
Auswirkungen auf den Grundstückswert: Eine ungünstige Bodenbeschaffenheit wirkt sich direkt wertmindernd aus. Bei der Ermittlung des Verkehrswerts nach der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) fließt sie als Korrekturfaktor in die Berechnung ein. Neben den reinen Sanierungskosten berücksichtigen Gutachter auch die Einschränkungen der Bebaubarkeit und mögliche rechtliche Belastungen.
Das Bodengutachten: Zur genauen Feststellung der Bodenbeschaffenheit wird ein Bodengutachten (auch Baugrundgutachten) erstellt. Es gibt zuverlässig Auskunft über Bodenklassen, Tragfähigkeit und etwaige Kontaminationen. Bei Bauabsicht ist es ohnehin gesetzlich vorgeschrieben – bei einem Grundstückskauf empfiehlt es sich daher, dieses bereits vorab einzuholen.
Für den Immobilienmarkt in München, der durch extreme Knappheit an Bauland und ein kontinuierlich hohes Preisniveau geprägt ist, hat die Bodenbeschaffenheit eine besondere Bedeutung. Da Grundstücke in der bayerischen Landeshauptstadt zu den teuersten in Deutschland zählen, wirken sich selbst vermeintlich kleine Abweichungen in der Bodenqualität erheblich auf den Gesamtwert aus. Insbesondere bei der Revitalisierung ehemaliger Industrie- und Gewerbeflächen – ein in München zunehmend relevantes Thema – ist die sorgfältige Prüfung auf Altlasten unerlässlich. Ein professioneller Immobiliengutachter berücksichtigt diese Faktoren bei der Erstellung eines rechtssicheren Verkehrswertgutachtens und schützt so Käufer wie Verkäufer vor kostenintensiven Überraschungen.
Wenn Sie eine professionelle Immobilienbewertung benötigen oder weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne an uns für eine erste kostenfreie Beratung.
ÜBER DEN AUTOR

Timo Stephan
Timo Stephan ist Experte für den Bereich Immobilienbewertung im Sachverständigenwesen. Durch seine praxisnahen, auch für Laien verständlichen Artikel, hilft er Immobilienbesitzern dabei, sich richtig zu informieren und kluge Entscheidungen zu treffen. In diesem Blog erfahren Sie mehr über seine Expertise.
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